Valparolapass – Passstraße mit Kriegsmuseum

Der Valparolapass (2192 Meter) verbindet das Südtiroler Gadertal mit verschiedenen Dolomitentälern in der Provinz Belluno. Auf der Passhöhe befindet sich ein Kriegsmuseum.

Den Valparolapass (italienisch: Passo di Valparola) erreicht man von Südtiroler Seite aus über den Ort Stern (La Villa) im Gadertal. Etwa zwei Kilometer hinter dem Pass befindet sich mit dem Falzaregopass (2105 Meter) ein weiterer Alpenpass. Direkt am Valparolapass befindet sich auch ein kleiner Bergsee, der Valparolasee.

Von Stern (La Villa) bis zum Valparolapass muss man auf einer Strecke von knapp 14 Kilometern etwa 770 Höhemeter überwinden. Auf der gut ausgebauten Passstraße, die nur wenig e Kehren besitzt, geht es zunächst in mäßiger Steigung bergauf, nach knapp der Hälfte der Strecke wird die Steigung dann merklich steiler. Die maximale Steigung liegt bei etwa 14 %.

Den Ausblick auf die atemberaubende Bergwelt der Dolomiten kann man bei dieser Fahrt bei jedem Meter genießen – egal, ob man hier mit dem Auto, Motorrad oder Fahrrad unterwegs ist. Von der Passhöhe hat man unter anderem auch einen hervorragenden Blick auf die Marmolata (ital.: Marmolada), den mit 3343 Metern höchsten Berg der Dolomiten. Über den nahe gelegenen Falzaregopass kann man dann zum Beispiel bis Cortina d’Ampezzo weiterfahren.

Archäologische Funde belegen, dass der Passübergang wahrscheinlich schon in der Eisenzeit genutzt wurde. Da hier aber größtenteils nur Einheimische unterwegs waren, blieb der Weg über den Pass viele Jahrhunderte lang nicht mehr als ein Saumpfad.

Der Pass, der bis zum 1. Weltkrieg zu Tirol gehörte, bekam erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine strategische Bedeutung. In den Jahren 1897 bis 1900 errichtete die österreichisch-ungarische Armee auf der Passhöhe die Befestigungsanlage Forte Tre Sassi.

Im 1. Weltkrieg lag der Pass dann mitten in der sogenannten Dolomitenfront. Spuren der Kampfhandlungen kann man heute noch sehen. Tipp: Einen Ausflug zum Pass kann man gut mit der Wanderung am Kleinen Lagazuoi verbinden, wo man heute noch zahlreiche Tunnel und Befestigungsanlagen aus dem 1. Weltkrieg besichtigen kann. Eine ausführliche Wanderbeschreibung gibt es im Beitrag Auf den Kleinen Lagazuoi – Aussichtsberg oberhalb vom Falzaregopass.

Im Jahr 1915, also bereits zu Beginn des sogenannten Dolomitenkriegs, wurde das Fort durch italienische Artillerieangriffe teilweise zerstört. Obwohl die Befestigungsanlage danach nicht mehr genutzt werden konnte, beleuchteten die Österreicher das Fort weiterhin, um so den Eindruck zu erwecken, dass es noch in Betrieb sei.

Kriegsmuseum in der Festung Tre Sassi

Die Festungsruine wurde mittlerweile restauriert und beherbergt heute das Museum über den großen Krieg (Museo della Grande Guerra 1914/1918). Im Museum erfährt man viel Wissenswertes über den 1. Weltkrieg und den Krieg in den Dolomiten, außerdem sind hier Ausrüstung, Waffen und Gebrauchsgegenstände der Soldaten zu sehen.

Öffnungszeiten:

Das Museum hat von Mitte Juni bis Ende September geöffnet; täglich von 10.00 bis 12.30 Uhr und von 14.00 bis 16.30 Uhr.

Preise:

Erwachsene: 8 Euro
Kinder ( 6 bis 10 Jahre): 4 Euro

Für Kinder (bis 5 Jahre) ist der Eintritt kostenlos. Außerdem gibt es ermäßigte Eintrittskarten für 7 Euro für: Personen im Ruhestand (ab 65 Jahre), Schüler/Studenten (11 bis 20 Jahre), Personen mit Körperlichen Beeinträchtigungen und für Gruppen ab 25 Personen.

Direkt beim Museum befindet sich ein großer Parkplatz.

Tipp: Eine Übersicht über alle geöffneten und gesperrten Passstraßen in Südtirol und den angrenzenden Provinzen bekommt Ihr in unserem Beitrag Pässe in Südtirol – Übersicht über offene und gesperrte Passstraßen.

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