Vom Timmelsjoch nach Moos – E5 Wanderweg

Auf dem E5 (Europäischer Fernwanderung) geht es vom Timmelsjoch nach Moos in Passeier. Früher war der Urweg übers Timmelsjoch ein vielbegangener Schmugglerpfad.

  • Start der Wanderung: Timmelsjoch (ca. 2500 m)
  • Wanderkarte, GPX-Track und Höhenprofil
  • Anfahrt mit dem Auto: Von Österreich über das Ötztal und Sölden, aus Südtirol über das Passeiertal und St. Leonhard und Moos, am Dorfeingang links auf die Dorfstraße abbiegen, nach dem Café Maria (Bushaltestelle) rechts abbiegen zum Parkplatz.
  • Anfahrt mit öffentliche Verkehrsmitteln: Bis Moos in Passeier: Bus: Linie 240, Haltestelle. Moos, Rathaus; von hier weiter mit Bus: Linie 335, Haltestelle: Timmelsjoch (Fahrtzeit ab Moos in Passeier: ca. 1 Stunde); hier klicken für die Fahrplansuche
  • Höhenmeter: 1460 m bergab
  • Distanz: 14,2 km
  • Gehzeiten: 5 bis 6 Stunden
  • Schwierigkeit: mittel
  • Anforderungen: Anstrengende Bergab-Wanderung auf guten Wegen und Steigen, Trittsicherheit (und) an einigen wenigen Stellen Schwindelfreiheit erforderlich
  • Beste Jahreszeit: Sommer und Herbst 

Vom Timmelsjoch wandert man über einen alten Saum- und Schmugglerpfad durch das beeindruckende Timmelstal. Selbst an schönen Sommer- und Herbsttagen ist dieser idyllische Weg nicht überlaufen, perfekt also für alle, die beim Wandern so richtig entspannen möchten. Auf dem Weg nach Moos kommt man am hübschen Bergdorf Rabenstein vorbei und kann zusehen, wie aus mehreren kleinen Quellbächen die rauschende Passer wird. Auch wenn es bei dieser Wanderung nur bergab geht, braucht man Kondition und gute Beinmuskeln: Fast 1500 Höhenmeter sind vom Timmelsjoch bis nach Moos zu überwinden. 

Das Auto bleibt im Tal, mit dem Bus geht es von Moos in Passeier hinauf zum Timmelsjoch. Oben angekommen, kann man sich erst einmal im  Rasthaus Timmelsjoch einen Cappuccino genehmigen und dem Passmuseum einen Besuch abstatten. Nach dem Museumsbesuch überquert man die Passstraße in nördlicher Richtung, folgt kurz dem Schotterweg und biegt dann rechts auf den kleinen Pfad ab.

Man ist nun auf dem E5 unterwegs. Der Weg beschreibt einen leichten Bogen, dann führt er mit einer unglaublich schönen Aussicht durch das Timmelstal steil bergab. Rechts und links ragen  breite Bergrücken in die Höhe – hier kommt man sich plötzlich unendlich klein vor. Es geht an einer ehemaligen (heute verfallenen) Zollhütte vorbei, zahlreiche Weidetiere tummeln sich im Sommer auf den eher kargen Almen. Neben dem Weg sprudelt idyllisch der Timmelsjochbach (einer der Quellbäche der Passer). 

Man erreicht schließlich eine Weggabelung, biegt rechts ab und überquert den Bach. Nach einem Weidegatter hält man sich rechts und folgt dem leicht bergauf führenden Pfad (nicht geradeaus bergab!). Auf einem schmalen, stellenweise leicht ausgesetzten Steig geht es über einen Wiesenhang, dann stößt man auf den Zufahrtsweg zur Altkaser-Alm. Hier rechts abbiegen und kurz danach rechts dem mit E5 markierten Steig folgen.

Ein paar Minuten später erreicht man die Timmelsjochstraße, die man vorsichtig überquert. Beim Gasthof Hochfirst (ab Timmelsjoch etwa 1 1/2 – 1 3/4 Stunden; geöffnet von Ende Mai/Anfang Juni bis Oktober) biegt man rechts ab, folgt kurz der Passstraße und biegt dann links auf den kleinen Steig ab, der gleich danach durch ein Gatter führt. Man stößt auf einen breiten Forstweg, von dem man einen schönen Blick ins Seeber Tal bekommt. Der Weg führt dann genau zwischen den Gebäuden der Unteren Glanegg-Alm hindurch.

Man passiert erneut ein Gatter, danach geht es auf einem schmalen Steig oberhalb des Seeberbachs (ebenfalls ein Quellbach der Passer) den Hang hinab (eine seilversicherte Stelle). Unten angekommen, wandert man an Hütten vorbei, quert den Bach über eine hübsche Brücke und hält sich an der nächsten Abzweigung rechts („Rabenstein“). Auf breiter Forststraße geht es mäßig bergab, dann überquert man erneut einen Fluss (nach dem Zusammenfluss diverser Quellbäche fließt nun die Passer neben dem Weg) und biegt dahinter links ab (E5 und Nr. 44).

Nun folgt man auf einem schönen Waldweg weiter dem gut markierten E5 bis Rabenstein. Hier wandert man auf der Fahrstraße durch den Ort, am Gasthof Rabenstein (geöffnet von Mai bis Oktober) vorbei und biegt in der nächsten Kurve, bei der Bushaltestelle, rechts („Moos“) und kurz danach links ab. Jetzt ist man auf gleich drei verschiedenen Wegen unterwegs: dem E5, dem Kummersee-Rundweg und dem Romediusweg. Der Romediusweg ist ein Pilgerweg, der von Thaur in Nordtirol über Südtirol bis nach San Romedio im Trentino führt. Noch geschichtsträchtiger ist der sogenannte Kummersee-Rundweg.

Wie aus dem Passeier Wildsee der 'Kummersee' wurde
Bei Rabenstein passiert man den sogenannten Kummersee-Rundweg. Entstanden ist der Weg zur Erinnerung an einen See, der zwischen 1419 und 1774 viel Unglück anrichtete. 1401 bildete sich nach einem Bergsturz und der daraus resultierenden Stauung der Passer der sogenannte Passeirer Wildsee (Länge: 2 km, Breite: 300 m, Tiefe: 40 m). Den Namen Kummersee bekam er durch seine acht verheerenden Ausbrüche, die viele Menschenleben forderten. Zum Teil erreichten die Wassermassen sogar das weit entfernte Meran. 1774 brach der Damm bei dem Versuch, Wasser abzulassen. Ein letztes Mal wurde das gesamte Passeiertal bis Meran überflutet, der See versiegte daraufhin. Heute ist von ihm nichts mehr zu sehen, lediglich die ebenen Wiesen bei Rabenstein, die das ehemalige Seebecken abbilden, legen noch heute Zeugnis von seiner Existenz ab.

Über Wald und Wiesen geht es bergab (Infotafeln informieren über die Geschichte des „Kummersees“), dann erreicht man wieder die Passer. Hier nimmt man die Treppe, folgt dem Weg bis zum Schotterwerk, biegt links ab, überquert den Fluss und folgt dann rechts der Fahrstraße (Nr. 43, „Moos“). Nach ungefähr 10 Minuten biegt man rechts ab (E5 nach „Moos“). Man bleibt nun immer auf dem E5, der neben der laut rauschenden, mit Staustufen gezähmten Passer bis nach Moos führt.

Auf diesem Wegstück liegt, dank der Passer, ein Fotomotiv neben dem nächsten. Man kommt zum Abschluss der Wanderung direkt am Bunker Mooseum vorbei, durchwandert das Steinwild-Gehege des Museums und erreicht kurz danach wieder den Parkplatz. 

Der Besuch des Bunker Mooseum lässt sich gut mit dieser Wanderung verbinden.  Das Museum ist in einer Bunkeranlage, die nie in Betrieb genommen wurde, aus den 1940er-Jahren untergebracht. Schwerpunkt: Geschichte und Natur des hinteren Passeiertals. Das Bunker Mooseum hat von 01. April bis 31. Oktober geöffnet, 10.00 bis 18.00 Uhr, Ruhetag: Montag. Hier klicken für mehr Infos.

Tipp: Wem die Wanderung zu lang wird, der kann abkürzen und mit dem Bus zurück nach Moos fahren. Bushaltestellen gibt es beim Gasthaus Hochfirst und in Rabenstein (in Gasthof-Nähe und beim Schotterwerk.

Kurioses zum Ausgangspunkt der Wanderung: Auf dem Schild auf der Passhöhe des Timmelsjoch wird als Höhe 2509 m angeben, die amtliche österreichische Karte gibt als Wert 2474 m an, in Südtirol werden oft 2472 m verwendet.

Vom Timmelsjoch nach Moos: Wanderkarte, GPX-Track und Höhenprofil

 
Download GPX-Track: Bitte auf das GPX-Symbol auf der Wanderkarte klicken (am Kartenrand, rechts oben).

Das passt zu dieser Wanderung
Wanderkarte

Wanderführer (geschrieben von Anja von Südtirol-Kompakt)

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